Da der Mensch ein soziales Wesen ist, benötigt er während seines gesamten Lebens soziale Unterstützung.
Soziale Unterstützung ist definiert als physische und psychische Unterstützung durch Familie, Freunde, Nachbarn und Institutionen. Soziale Unterstützung wirkt sich positiv auf die physische und psychische Gesundheit des Individuums aus, indem sie seine sozialen Bedürfnisse wie Liebe, Mitgefühl, Kompetenz, Selbstwertgefühl und Gruppenzugehörigkeit befriedigt. Familie, Freunde, Nachbarn, Kollegen, Verwandte und die Gesellschaft bilden die sozialen Unterstützungsressourcen des Individuums. Angehörige von pflegebedürftigen Senioren benötigen häufig soziale Unterstützung, um die Herausforderungen des Alltags und der Arbeit zu bewältigen. Soziale Unterstützung hat einen wichtigen Einfluss auf die individuelle Stressbewältigung und die psychische Gesundheit. Durch die protektive Wirkung sozialer Unterstützung erleben Pflegende die negativen Auswirkungen belastender Lebensereignisse weniger stark, interpretieren die Ereignisse als weniger bedrohlich und setzen vermehrt effektive Bewältigungsstrategien ein.
Die Aufgabe und Verantwortung der Pflege von Senioren birgt Risiken wie die Verschlechterung der psychischen Gesundheit der Pflegenden, Burnout, soziale Isolation usw., wenn sie nicht die notwendige Unterstützung erhalten. Aus diesen Gründen sind soziale Unterstützung und präventive psychische Gesundheit von großer Bedeutung
Arten der sozialen Unterstützung:
Soziale Unterstützung kann viele verschiedene Formen annehmen. Sie kann in fünf Arten unterteilt wer den, je nachdem, welchen Nutzen sie dem Individuum bringt und wie sie vom Individuum wahrgenommen wird. Diese sind:
• Emotionale Unterstützung: Die Vermittlung von Gefühlen wie Interesse, Liebe und Vertrauen. Es geht um die Unterstützung, die Pflegende durch ihr nahes Umfeld erfahren, wie z.B. geliebt, geschätzt und akzeptiert zu werden. Dazu gehören Verhaltensweisen wie das Teilen von Problemen, das Teilen von Gefühlen, das Zeigen von Liebe und Respekt, Empathie, Fürsorge und Mitgefühl. Sie gibt der Person die Kraft, unerträglichen Situationen, die durch Probleme verursacht werden, zu widerstehen. Sie trös tet, indem sie ihnen das Gefühl gibt, dass sie nicht allein sind und dass sie wertvoll sind. Sie ist ein Faktor, der das psychische Wohlbefinden steigert.
• Unterstützung des Selbstwertgefühls: Pflegende werden so angenommen, wie sie sind, mit ihren
Problemen und Fehlern, und sie erfahren, dass sie respektiert und in ihren Entscheidungen unterstützt werden.
• Finanzielle Unterstützung: Basiert auf der Bereitstellung von finanzieller Unterstützung, Ausrüstung
und Dienstleistungen, die von Pflegenden benötigt werden.
• Informative Unterstützung: Basiert auf der Vermittlung von Informationen oder Fähigkeiten, die zur Lösung von Problemen beitragen können. Wenn Pflegende mit einer Situation konfrontiert sind, die sie nur schwer lösen können, ist es die Unterstützung durch ihr Umfeld, das ihnen Informationen, wie z.B. ihre Erfahrungen, über eine potenzielle Lösung des Problems gibt. Informationelle Unterstützung bedeutet, den Pflegenden neue Lösungsvorschläge und Perspektiven anzubieten, wenn sie mit einem Problem konfrontiert sind.
• Soziale Begleitung: Basiert auf gemeinsamer Freizeitgestaltung. Diese Unterstützung kann Stress reduzieren, da sie den Pflegenden das Gefühl gibt, von ihrem Umfeld akzeptiert zu werden. Das Zusammensein mit Freunden oder der Familie entspannt, da nicht an problematische Situationen ge dacht werden muss und der Stresspegel sinkt.